• Standort
    Bernau bei Berlin, Weißenseer Str. 6
  • Leistung
    1-5
  • Netto-Raumfläche
    4.260 m²
  • Planung
    2018-2021
  • Realisierung
    2022

Bernau bei Berlin | Stadthotel I 2022

Projektprofil und Standortvorteil

Das H24 Stadthotel Bernau bei Berlin entstand auf einem vormals ungenutzten Grundstück an der Kreuzung Weißenseer Straße / Heinersdorfer Straße — einer der meistfrequentierten Einfahrtssituationen in die Bernauer Innenstadt. Der Standort verbindet unmittelbare Nähe zur historischen Altstadt mit guter Erreichbarkeit über die S-Bahn sowie die Autobahnanschlüsse A10 und A11.

Das Umfeld ist in Entwicklung: Der benachbarte blaue Gaskessel, ein stadtbildprägendes Industriedenkmal, und die Eventlocation Ofenhaus positionieren das Quartier als aufstrebendes innerstädtisches Areal. Das Hotel nimmt diese Standortdynamik auf und trägt zur Aufwertung des Stadteingangs bei. Für Investoren und Projektentwickler ist das eine relevante Einordnung: Der Standort profitiert von einer wachsenden Stadt — Bernau bei Berlin verzeichnet seit Jahren steigende Einwohner- und Übernachtungszahlen — und von einer bisher unterversorgten Nachfrage nach qualitätsvollen Stadthotels im 3-Sterne-Superior-Segment.

Städtebau und architektonisches Konzept

Der viergeschossige Baukörper mit Staffelgeschoss folgt der Blockrandstruktur des Grundstücks und bildet einen ruhigen Innenhof aus, der die Fahrradgarage erschließt. Die Pfosten-Riegel-Fassade mit Mäanderstruktur interpretiert die Dynamik der Kreuzungssituation und nimmt gestalterisch Bezug auf den nahegelegenen Gaskessel. Das Ergebnis ist eine Fassade mit klarer Erkennbarkeit sowohl bei Tag als auch bei Nacht — eine Adressbildung, die im Stadtbild wirkt und das Hotel als eigenständigen Baustein im Quartier lesbar macht.

Der Entwurf von Ganter Architekten verzichtet auf aufwändige Sonderformen. Stattdessen entsteht Qualität durch ein klares Achsraster, serielle Zimmermodule und eine robuste Materialwahl. Das zahlt auf planbare Baukosten ein und erleichtert langfristige Instandhaltung — beides Kriterien, die für Investoren und Betreiber direkten wirtschaftlichen Wert haben.

Hotelprodukt und Zielgruppen

Das H24 Stadthotel Bernau ist vollständig barrierefrei und bietet 94 klimatisierte, schallisolierte Doppelzimmer sowie mehrere Suiten im Staffelgeschoss. Skylounge und Konferenzraum erweitern das Nutzungsspektrum. Das Erdgeschoss fasst Lobby, Bar und Frühstücksraum in einer kompakten, betrieblich effizienten Einheit zusammen.

Das Nutzungskonzept richtet sich an drei Kernzielgruppen: Geschäftsreisende aus dem Umland Berlin-Brandenburg, Städtetouristen sowie Fahrradtouristen auf dem vielgenutzten Radfernweg Berlin–Usedom. Für letztere wurde eine umfangreiche Fahrradinfrastruktur integriert: gesicherte Fahrradgarage mit Indoor- und Outdoor-Stellplätzen, E-Bike-Ladestation, Werkstatt, Wasch- und Trockenräume sowie sichere Gepäckaufbewahrung. Die Zertifizierung als ADFC Bett+Bike-Betrieb war konzeptionell vorgesehen.

Diese Kombination aus klassischer Geschäftsreisenden-Infrastruktur und spezialisierter Fahrradtourismus-Ausstattung differenziert das Hotel im regionalen Wettbewerb und spricht ganzjährig unterschiedliche Nachfragegruppen an. Fahrradtourismus ist zudem ein wachsendes Segment mit überdurchschnittlicher Zahlungsbereitschaft und hoher Wiederkehrquote — ein Aspekt, der aus Betreibersicht und für die langfristige Auslastungsplanung relevant ist.

Investitions- und Betreiberperspektive

Das Projekt wurde privat finanziert mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von rund 13 Mio. Euro. Es zeigt, dass innerstädtische Hotelentwicklung im mittleren Investitionsbereich in einer wachsenden Mittelstadt möglich ist — ohne Sonderförderprogramme und ohne großstädtisches Grundstücksbudget.

Die Wirtschaftlichkeit des Konzepts basiert auf mehreren sich ergänzenden Faktoren: Die klare Positionierung im 3-Sterne-Superior-Segment ohne Premiumansprüche hält Bau- und Betriebskosten planbar. Serielle Zimmergrundrisse und gebündelte Technikstränge reduzieren Planungsaufwand und Wartungskosten. Der Standort am Stadteingang mit S-Bahn-Nähe sichert eine breite Nachfragebasis. Die spezialisierte Fahrradinfrastruktur erschließt eine neue Zielgruppe mit begrenztem Wettbewerb in der Region.

Ganter Architekten hat das Projekt als Generalplaner geführt — von der ersten Machbarkeitsstudie über die Abstimmung mit der Stadt Bernau und den Fachbehörden bis zur Realisierung. Die BIM-gestützte Koordination aller Fachplanungen ermöglichte frühzeitige Kollisionsprüfungen und einen konsistenten Kostenrahmen. Für Auftraggeber bedeutet das: ein Ansprechpartner, verbindliche Planungsdaten, und eine reduzierte Schnittstellenkomplexität über alle Leistungsphasen.

Erweiterung und Skalierbarkeit

Das Konzept wurde von Beginn an auf Erweiterbarkeit ausgelegt. Mit dem Folgeprojekt „Erweiterung Stadthotel Bernau“ — aktuell in Planung — entsteht ein L-förmiger Modulbau mit 27 Einzelzimmern auf aufgeständerter Struktur. Die Einheiten sind mit Kitchenettes ausgestattet und richten sich an Long-Stay-Gäste: Monteure, Projektmitarbeiter, Pendler, die mehrere Wochen oder Monate in der Region tätig sind.

Die Erweiterung nutzt die bestehende Infrastruktur des Haupthauses — Rezeption, Frühstücksangebot, Bar — ohne diese zu duplizieren. Das erzeugt betriebliche Synergien und hält den Investitionsbedarf für die Erweiterung überschaubar. Städtebaulich schließt der Neubau die Straßenkante und schafft einen hochwertigen Freiraum zwischen Ofenhaus und Erweiterungsbau.

Diese Kombination aus Kurzaufenthalt (Stammhaus) und Long-Stay (Erweiterung) auf einem zusammenhängenden Grundstück ist ein Modell, das auf andere innerstädtische Standorte übertragbar ist — überall dort, wo Nachfrage nach flexiblen Übernachtungsformen auf begrenztes Angebot trifft.

Einordnung für Investoren und Projektentwickler

Das H24 Stadthotel Bernau ist ein belastbares Referenzprojekt für innerstädtische Hotelentwicklung im mittleren Investitionsbereich. Es zeigt, wie ein klar positioniertes Hotelprodukt, eine pragmatische Architektur und eine von Beginn an mitgedachte Erweiterungsoption zusammenwirken.

Was sich auf andere Standorte übertragen lässt: das modulare Zimmerkonzept mit seriellen Grundrissen, die städtebauliche Adressbildung durch einen eigenständigen Baukörper an einer frequentierten Kreuzungslage, und die Kombination zweier Nutzungsprofile — Kurzaufenthalt und Long-Stay — auf einem Grundstück mit gemeinschaftlicher Betriebsinfrastruktur.

Für Projektentwickler, die in Brandenburg oder im Berliner Umland Hotelstandorte prüfen, liefert das Projekt konkrete Anhaltspunkte: zur Dimensionierung, zur Positionierung, zur Planungsorganisation und zu realistischen Investitionsrahmen für vergleichbare Vorhaben.

 
 
Hotel und das benachbarte Industriedenkmal "Gaskessel" 
 
Hotel und Gaskessel
Das Bad 
 
Das Bad
Zimmer mit Terrasse 
 
Zimmer mit Terrasse
An der Bar 
 
An der Bar
Aufgang zur Skylounge 
 
Aufgang zur Skylounge
Treppenaufgang zu den Zimmern 
 
Treppenaufgang zu den Zimmern
Blick in eine Suite 
 
Blick in eine Suite
 
 
 
 
 
 
Im Frühstücksraum 
 
Im Frühstücksraum
 
 
Weitere Referenzen